Diskussionen
Die Kommentare bei Robert lassen mich nun doch verwundert die Augen reiben.
Erstens, weil ich niemals gedacht hätte, dass Robert so ein exzellenter Troll ist
Zweitens, weil ich einfach nicht verstehe, welche Ziele manche Kommentatoren verfolgen. Soll der Diskurs vorangetrieben werden? Hier eine Anleitung, wei man am besten ins Gespräch mit einem Menschen anderer Meinung kommt:
- Äußere deine Empörung zuallererst. Am besten so vehement, als habe man dir gerade geröstetes Kleinkind mit Bananencreme angeboten (vor allem Bananencreme!). Denn nichts läutet einen Diskurs schöner ein, als der Vorwurf sein Gegenüber handele amoralisch.
- Deute jede anders geartete Überzeugung als einen Angriff auf deine eigene Lebensweise und Freiheit. Nur Diskurse über das Wahre, Schöne und Gute sind es überhaupt wert aufgegriffen zu werden.
- Mache jedes Mal deutlich, dass deine Standpunkte final sind. Jedes Zurückweichen, ja schon allein das Infragestellen, verwässert nämlich die eigene Argumentationskette. Nur, wer standhaft bleibt, kann gewinnen.
Mit diesem einfachen 3-Punkte-Plan ist der Weg zu einem spannenden Diskurs geebnet.
Naja, “Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren: Anleitung zum subversiven Denken” von Hubert Schleichert sollte jeder mal gelesen haben.
Kommentare
2 Kommentare zu “Diskussionen”
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[...] habt keinen Bammel vor den Extremisten, die Euch unterbuttern wollen. Steht gerade und aufrecht. Seong ist übrigens viel schlauer als ich, was kompakte Ratschläge ob einem pol. Diskurs angeht, read this. Werbung [...]
Manch einer der rabiateren Poster hat möglicherweise nicht daran gedacht Roberts Meinung ändern zu wollen (die Unmöglichkeit dieser Absicht hat Robert ja in seinen Antworten auf die anfänglich durchaus vorhandenen sachlichen Aufklärungen – unter anderem hinsichtlich der Korrektur der falschen Grundannahmen des Vorgangs – klar kenntlich gemacht) sondern vielmehr sein Augenmerk darauf gerichtet die andere (also Roberts) Meinung nicht undokumentiert stehen zu lassen und schlicht und ergreifend die Eigene weiteren Lesern alternativ anzubieten. Polarisieren, polemisieren, ironisieren, karikieren, vereinfachen, loben oder gar diskreditieren, informieren aber durchaus auch desinformieren sind absolut gängige Stilmittel in der politischen Meinungsmache und somit -bildung.
Die Wahl der Mittel hängt dabei sowohl von den Vorlieben des Wählenden als auch ganz sicher nicht zuletzt dem Verhalten des Opponenten ab – und hier hat sich Robert in seinem “Experiment” als recht informationsresistent und somit selbst nicht wenig provokant gezeigt. So jemanden beständig und mit Engelszungen zu überzeugen erspart man sich da in der Regel, Perlen vor die Säue …
In Anbetracht dessen, dass die diversen Stilmittel des politischen Diskurses durchaus bereits vor dem “Experiment” bekannt gewesen sein sollten und die allgemeine Reaktion auf Trollposts aus diversen Foren sicher auch einschlägig bekannt sind, halte ich das “Experiment” auch nicht für sonderlich glaubwürdig. Viel mehr will mir scheinen, hier betrieb jemand Schadensbegrenzung für einen Griff ins Klo, weil er seinen Senf ablud ohne die zugrundeliegende Thematik zuvor mehr als flüchtig überflogen zu haben.