Change
Hier ist die letze Zeit nicht wirklich viel passiert. Jetzt mal leicht untertrieben formuliert. Woran das lag? Ob ihr es glaubt oder nicht. Mir fehlte die rechte Motivation zur Kommunikation. Ich habe einfach mal eine lange, laaange Phase des Schweigens und In-Mich-Gehens gebraucht.
Aber ich gelobe Besserung. Ich will ein guter Blogautor sein. Ich will das Blog mal überarbeiten. Ich will… ja… Veränderung. Hah hah.
Und damit zum großen Thema dieser Tage. Der “President Elect”.
Ich habe mir tatsächlich die gesamte Wahlnacht angesehen. Schön klassisch im Fernsehen mit all den Experten, den Expertenmeinungen und den Expertenanalysen. Bis zum Auftritt Obamas in Chicago.
Was mir aufgefallen ist: Für - gefühlt - sehr viele US-Amerikaner scheint diese Wahl tatsächlich “change” zu bedeuten. Das wiederfinden der “amerikanischen Ideologie”. Jeder, der ein wenig nachdachte, verspürte wohl dieses unbestimmte Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht richtig lief. Gleichzeitig aber verstärkte sich aber auch der Eindruck einer Machtlosigkeit, eine kühle Resignation erfasste die Menschen, die fortan stoisch an ihrer “pursuit of happiness” festhielten - ganz privat und individuell.
Und dann taucht dieser Obama auf. Und irgendwie schafft er es all die Menschen - vor allem die jungen - davon zu überzeugen, dass man doch etwas ändern kann. Schluss mit Korruption, Seilschaften, politischen Lügen und Bigotterie. Alles Tendenzen, die eine Demokratie schleichend in ihren Grundfesten erschüttern können. Und das schlimmste Resultat für die US-Ideologie: Resignation. Dann dieser Kandidat mit der simplen Botschaft “change”. Ich verneige mich vor dieser Weitsicht des Teams, das den Zeitgeist so prägnant zu einem Motto und letztendlich zu einer Bewegung zu transformieren vermochte. Dann noch das letzte Zünglein an der Waage: die Finanzkrise. War die ideologische Basis vielleicht unterminiert, so gab es immer noch das verprechen auf materiellen Wohlstand - für alle erreichbar. Dass man auch in dieser Sphäre abhängig vom undurchsichtigen Wirken Wall Streets war und jenem hilflos ausgeliefert, überzeugte viele davon, dass der amerikanische Traum im Begriff war auszubluten.
All die jungen Leute, die mobilisiert wurden, eint der Wunsch, dass die vielen Tendenzen in ihrem Umfeld zu einer Bewegung werden. Diese pragmatische, unpolitische Jugend war nämlich ständig dabei durch kleine Veränderungen in ihrem Wirken und Leben, ihre Vorstellungen einer besseren Welt zu verwirklichen. Als Stichworte seien da: Fairer Handel, Free Software, Free Hugs genannt. Es sind bereits Weltbürger - deswegen auch die uninteressante Frage nach der Hautfarbe des Kandidaten -, eingezwängt in einem tendenziell kleinbürgerlichen Land.
Jetzt muss Obama seine messianische Aufgabe erfüllen. Doch er ist kein Messias. Er trat stets als pragmatischer Vermittler der verschiedensten Interessen auf. Aber seiner Kampagne ist zu verdanken, dass vielleicht mehr Interessen als vorher Gehör finden.
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